Thema der Woche

Magen unterstützen

Ein gutes Essen ist ein wahrer Genuss. Doch nur dann, wenn es danach nicht zu Völlegefühl, Bauchkrämpfen, Schmerzen, Sodbrennen, Erbrechen oder anderen unangenehmen Beschwerden kommt. Bei den meisten von uns hat der Magen mindestens einmal im Leben richtig gestreikt. Wie kann man seinen Magen unterstützen, um Beschwerden zu lindern oder diesen sogar vorzubeugen?

Unser Magen ist ein wichtiger Teil des Verdauungssystems: hier wird das Essen zerkleinert, durchmischt, vom Magensaft durchtränkt und durch spezielle Enzyme aufgespaltet. Form und Grösse des Magens können sich von Mensch zu Mensch unterscheiden, abhängig davon, wie viel man isst, von dem Körperbau und sogar vom Geschlecht.

Die Magenwände bestehen aus Schleimhaut, Bindegewebe mit Blutgefässen und Nerven sowie Muskelfasern. Die Drüsen der Schleimhaut produzieren täglich etwa 3 bis 4 Liter Magensaft, der aus Verdauungsenzymen, Salzsäure sowie anderen für die Nährstoffaufnahme wichtigen Substanzen besteht. Die Salzsäure zersetzt die Nahrung und die Enzyme spalten Eiweisse auf. Ein dünner Film aus zähflüssigem Schleim, der von spezialisierten Zellen hergestellt wird, sorgt dafür, dass unser Magen sich durch die aggressive Säure nicht selbst verdaut. Die Muskeln bewegen die verspeiste Nahrung kräftig hin und her, so dass diese richtig zerdrückt wird und schliesslich zu einem homogenen Nahrungsbrei wird. Durch diese intensiven Muskelbewegungen wirkt der untere Magenteil wie ein Mahlwerk. Der Nahrungsbrei wird portionsweise an den Dünndarm weitergegeben – das geschieht in der Regel bis zu fünf Stunden lang nach der Mahlzeit. Isst man zu viel, zu fettreich oder zu hastig, kann der Magen empfindlich reagieren, was sich durch die Schmerzen im Oberbauch, ein massives Völlegefühl, Sodbrennen oder sogar durch Krämpfe äussert.

Diese Tipps helfen, Ihren Magen zu unterstützen.

  • Es gibt keine spezielle Diät für einen gesunden Magen. Verzichten Sie auf Lebensmittel, die bei Ihnen Beschwerden auslösen können. Testen Sie, was Sie gut vertragen. Allgemein gelten gegartes Gemüse, gekochter Reis und Nudeln, mageres Fleisch, fettarme Wurst, Käse und Fisch und altbackenes Brot als gut verträglich. Fettes Fleisch, frisches Brot und Hefegebäck, Rohkost jeder Art, blähungsfördernde Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln und Knoblauch sowie kalte, kohlensäurehaltige Getränke gelten als schlecht verträglich. Doch jeder von uns verträgt einzelne Nahrungsmittel unterschiedlich gut oder schlecht.

  • Gut gekaut ist halb verdaut, so der Volksmund. Und nicht zufällig, da die Verdauung bereits im Mund beginnt. Jeder Bissen sollte gut zerkleinert sein, indem er 15 bis 20 Mal gekaut wird.

  • Lassen Sie Handy und andere Ablenkungen weg und geniessen Sie das Essen langsam und in Ruhe. Das erlaubt Ihnen, das Sättigungsgefühl (das in der Regel frühestens 20 Minuten nach dem Essen einsetzt) wahrzunehmen. So entlasten Sie Ihren Magen und beugen Blähungen vor.

  • Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag sind besser als drei grosse. Kleinere Portionen werden schneller verdaut und sind für Ihren Magen verträglicher.

  • Magenfreundlich zu essen bedeutet auch, sehr heisse oder eiskalte, sehr salzige, süsse, saure und stark gewürzte Speisen zu vermeiden.

  • Zigaretten und Alkohol wirken auf den Magen reizend und sollten eher vermieden werden.

  • Kochen, Dünsten, Dämpfen, Garen in Folie oder die Zubereitung in der Mikrowelle schonen Ihren Magen. Stark angebratene, geröstete oder frittierte Speisen sollte man nur eingeschränkt geniessen und nur dann, wenn es keine Probleme mit dem Magen gibt.

  • Vermeiden Sie psychische Belastungen und bauen Sie Stress durch Yoga, Atemübungen oder Muskelentspannung ab, da Stress auf den Magen schlägt.

  • Trinken Sie ausreichend Wasser und ungesüsste Tees sowie Kräutertees, da unsere Verdauung viel Flüssigkeit braucht.

  • Essen Sie zwei oder drei Bananen am Tag, um Ihren Magen vor der Magensäure zu schützen und Ihre Nerven beim Stress zu unterstützen. Auch Kartoffelbrei oder Pellkartoffeln wirken basisch, sind leicht verdaulich und können die Magensäure neutralisieren.

  • Leiden Sie unter einer Überproduktion von Magensäure, dann verzichten Sie auf Kaffee und Alkohol, welche die Magensäureproduktion anregen. Ein Stück Pfefferminzschokolade wird Ihre Verdauung mild und ohne überschüssige Säureproduktion anregen.

  • Bei Übelkeit greifen Sie zu Brühe, Reis und Brei statt zu Cola oder Salzstangen. Cola kann Ihren Magen zusätzlich reizen, und Salzstangen bringen in diesem Fall auch keinen Nutzen.

  • Ein bewährtes Mittel bei Völlegefühl, Übelkeit und Brechreiz ist Ingwer. Kauen Sie einfach ein Stück frisches Ingwer.

  • Ein Ernährungs- und Symptomtagebuch hilft zu bestimmen, welche Lebensmittel Ihnen unangenehme Magenbeschwerden verursachen.

  • Unser Magen arbeitet am besten bei einer entspannten und aufrechten Körperhaltung. Doch viele von uns neigen zu einem krummen Rücken, was zu Muskelverspannungen führt und somit die Bewegungsfreiheit von Magen einschränkt. Achten Sie immer auf einen geraden Rücken!

  • Wenn Magenbeschwerden länger anhalten und sich nicht auf Nahrungsmittel zurückführen lassen, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf.

Diese einfache Tipps und Verhaltensregeln tun Ihrem Magen gut und unterstützen ihn bei seiner Schwerstarbeit!

Fakten zum Thema

  1. Bei einem Enzymmangel kommt es zu blähenden Gasen nach fettreichen Speisen. Diese können nicht gut verstoffwechselt werden und verweilen lange im Magen.
  2. "Alkohol hat eine muskelentspannende Wirkung und erhöht somit die Aufnahmekapazität des Magens für die Nahrung", so Gastroenterologe Erckenbrecht. Doch man sollte beachten, dass es nur für sehr geringe Mengen wie z.B. ein Glas Wein gilt.
  3. Die Form des Magens erinnert an ein überdimensionales Komma, dessen Wölbung nach links aussen gerichtet ist.
  4. Der saure Magensaft kann Bakterien abtöten.