Thema der Woche

Kleine Wunden selbst verarzten

Knie aufgeschlagen, Ellbogen blutet, Katzen-Kratzer, in den Finger geschnitten – es gibt so viele Situationen, in welchen man sich verletzen kann. Doch keine Panik! Kleine Schürf-, Stich- und Schnittwunden sind nicht so schlimm: blutet die Verletzung nicht so stark, können Sie diese selber versorgen. Aber eine gute Wundversorgung ist wichtig für die Infektionen- und Narbenvorbeugung.

Eine richtige Wundbehandlung kann die Wundheilung beschleunigen, damit das Gewebe sich rasch verschliesst. Wichtig ist, die Wunde dabei nicht zu berühren und wenn möglich Einmalhandschuhe zu tragen. Allgemein gilt: die Wunde soll zuerst gereinigt werden, d.h. mit lauwarmem Leitungswasser (möglichst Trinkwasser) gespült, und danach desinfiziert werden.

Zu den häufigsten Verletzungen gehören Schnittwunden. Lassen Sie diese am besten kurz bluten – so werden die Krankheitserreger herausgespült. Nach einer guten Desinfektion mit einem flüssigen Mittel können Sie die Wundränder mit einem Schnellverband aneinander kleben. Blutet die Schnittwunde stark oder ist tief, soll sie vom Arzt versorgt werden.

Bei Kindern gehören Schürfungen oft zur Tagesordnung. Sie heilen in der Regel relativ schnell und hinterlassen dank der intakten Abwehrfunktion der Haut keine Narben. Ist eine solche Wunde verschmutzt, kann sie zuerst mit fliessendem Leitungswasser gereinigt und dann desinfiziert werden. Ein Pflaster ist dabei nicht nötig, Schürfungen sind meist oberflächlich und können offen an der frischen Luft heilen. Doch Schürfungen können wehtun, da die Nervenenden der darunter liegenden Hautschichten frei liegen. Hier kommt Trost zur Hilfe – für manche Kinder ist ein Pflaster mit bunten Bildern das beste Heilmittel, da es ein beruhigendes Gefühl vermittelt.

Riss- und Platzwunden sollten lieber von einem Arzt behandelt werden, da sie rauhe Ränder haben und sich leicht infizieren können. Als Erstmassnahme können Sie einen sterilen Verband (und bei Verletzung einer Arterie sofort einen Druckverband) anlegen.

Messer und andere spitze Gegenstände wie Dornen oder Stachel können Stichwunden verursachen. Mithilfe einer Pinzette können Sie kleinere Fremdkörper selber entfernen. Doch Stichverletzungen sollen von einem Arzt untersucht werden, da sie tief sein können und manchmal innere Blutungen verursachen. Es besteht auch Starrkrampfgefahr, gegen die eine ärztliche Abklärung mit einer allfälligen Tetanusimpfung nötig sein kann.

Bei Verbrennungen gilt es zuerst die betroffene Stelle zu kühlen - unter fliessendem, kaltem Wasser 10 bis 15 Minuten zu halten. Das Wasser sollte etwa 14 Grad Celsius haben. Bei Verbrennungen des zweiten Grades bilden sich Blasen. Sind diese an Gesicht, Gelenken oder Genitalien, sollen die Verbrennungen unbedingt vom Arzt behandelt werden. Sonst kann ein Brandwundenpflaster die Heilung unterstützen. Doch geben Sie keinesfalls Desinfektionsmittel, Öl, Butter, Mehl, Puder oder Ähnliches auf die Brandwunden! Bei Verbrennungen des dritten Grades soll die Wunde mit sterilem Verbandsmaterial abgedeckt werden und man sollte unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Bei Bisswunden besteht immer eine grosse Infektionsgefahr. Sie sollen zuerst mit klarem Wasser gereinigt werden. Ein Arzt muss in jedem Fall aufgesucht werden, da die Bisswunden schwere Infektionen wie Wundstarrkrampf (Tetanus), Gasbrand oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können.

Abhängig von der Art der Verletzung steht Ihnen eine breite Produktpalette mit unterschiedlichen Pflasterlösungen zur Verfügung: Pflaster gibt es in verschiedenen Formen und Grössen, mit variierenden Klebeeigenschaften, aus unterschiedlichem Material, zum Abschneiden oder als Strips. Doch bei grösseren oder stark blutenden Wunden, Biss-, Stich- und Platzwunden oder in jedem Zweifelfall sollen Sie lieber den Arzt kontaktieren.
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Fakten zum Thema

1. Wenn man sich verletzt, verkleben sofort Thrombozyten, um die verletzte Stelle zu „heilen“. Die Zellen setzen daneben zahlreiche Botenstoffe frei, um die Wundheilungsprozesse raschmöglichst zu starten.

2. Das Wundsekret spielt eine wichtige Rolle bei der Wundheilung, indem es Fremdkörper und Keime aus der Wunde schwemmt. Unsere Abwehrkräfte machen gleichzeitig eingedrungene Bakterien unschädlich.

3. Eine Narbe besteht aus Kollagenfasern und reift bis zu einem Jahr. Zuerst ist die Narbe gut durchblutet, doch die Blutgefässe werden allmählich abgebaut bis die Narbe zu einem weissen Strich wird.

4. Die UV-Strahlen schaden dem frischen Narbengewebe und die Narbe sollte vom direkten Sonnenlicht weg gehalten werden. Mechanische Belastung sollte auch vermieden werden.

5. Da die Haut von Kleinkindern dünner als bei Erwachsenen ist, reichen bereits wenige Sekunden Einwirkzeit von heissen Temperaturen, um schwere Verletzungen zu verursachen. Schon eine Tasse heisser Tee kann bis zu 30 Prozent der Haut eines Kindes verbrühen.

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