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Bitterstoffe

Viele Menschen trinken gerne Kaffee, obwohl er bitter schmeckt. Bitter ist gesund, obwohl sich die meisten von uns an einen bitteren Geschmack erst gewöhnen müssen. Was können Bitterstoffe für unser Wohlbefinden tun?

Unter Bitterstoffen versteht man eine ganze Reihe unterschiedlicher chemischer Verbindungen, die bitter schmecken. Sie kommen ganz natürlich in verschiedenen Pflanzen vor, wo ihre Aufgabe ist, Fressfeinde abzuwehren – bitter schmeckt halt nicht nur uns, sondern auch Tieren etwas unangenehm. Diese chemischen Verbindungen weisen unterschiedliche Wirkungen auf, doch eines ist für sie gemeinsam: Bitterstoffe haben einen positiven Einfluss vor allem auf die Verdauung. Sie können zum Beispiel den Speichelfluss fördern, die Tätigkeit des Magens und des Darms anregen, die Produktion der Magensäure fördern sowie den Gallenfluss verbessern. Die ausreichende Sekretion von Gallenflüssigkeit ist wichtig für den Abtransport von Fetten und für die Ausscheidung von Fremdstoffen, Giften und Abfallprodukten. Werden unserem Körper nicht genug Bitterstoffe zugeführt, steigt das Risiko für die Bildung von Gallensteinen. Laut neuen Studien, können Bitterstoffe vermutlich unsere Abwehrkräfte stärken und sogar eine antidepressive Wirkung aufweisen sowie bei Erschöpfung, Müdigkeit und Stress hilfreich sein. Sie helfen unserem Körper auch, Fett zu verbrennen, da sie zu einem länger anhaltenden Sättigungsgefühl beitragen. Bitterstoffe sind gut bei Übersäuerung, haben einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und unterstützen die Leber.

Das ist noch längst nicht alles, was Bitterstoffe für unsere Gesundheit tun können. Kein Wunder, dass sie ein regelmässiger Bestandteil unserer Ernährung sein sollten. Auf unserer Zunge sind 25 Bitterrezeptoren angesiedelt, doch diese können leider bald gänzlich verschwunden sein. Das kommt darauf an, dass wir häufig bitteres Essen vermeiden und auch darauf, dass Bitterstoffe bewusst aus verschiedenen Gemüsesorten weggezüchtet werden. Langsam gehen unserem Körper die Vorteile der Bitterstoffe verloren.

Hier haben wir für Sie wirksame Tipps gesammelt, damit Sie von gesunden Bitterstoffen profitieren können.

  • Natürliche Bitterstoffe sind reichlich enthalten in Salaten wie Chicorée, Rucola, Endiviensalat, in Brokkoli, Grün- und Rosenkohl, Mangold und Spinat, Artischocken, Ingwer, Oliven und Auberginen, in Bitterschokolade, in Gewürzen wie Kurkuma , Senfkörner, Thymian, Estragon oder Zimt, Sesam sowie in Kräutern wie Löwenzahn, Brennnessel oder Giersch.

  • Sie können Bitterstoffe nicht nur essen, sondern auch trinken – zum Beispiel als Kaffee, Salbeitee, Grapefruitsaft oder als Grüntee.

  • Beachten Sie, dass in Wildpflanzen viel mehr Bitterstoffe stecken. Vielleicht lohnt es sich, selbst auf die Suche nach Giersch, Brennnessel, Löwenzahn, Mariendistel oder Knoblauchsrauke zu begeben.

  • Sie können auch zu Bittertropfen-Konzentraten greifen. Sogenannter Kräuterbitter enthält zum Beispiel Bitterstoffe aus Wermut, Engelwurz, Pomeranze, Kalmus, Kardamom, Kümmel, Gewürznelken, Zimt, Koriander, Fenchel, Galgant, Gelber Enzian, Lavendel, Majoran, Schafgarbe, Löwenzahn, Zitwer und Ingwer.

  • Beim Kauf von frischen Produkten wählen Sie lieber möglichst ursprüngliche Sorten, zum Beispiel auf regionalen Wochenmärkten. Denn aus vielen Produkten werden Bitterstoffe herausgezüchtet.

  • Beachten Sie, dass Bitterstoffe hitzeempfindlich sind. Verzehren Sie daher Lebensmittel mit Bitterstoffen roh oder kurz gedämpft.

  • Sie können Bitterstoffe auch in Kapselform einnehmen, besonders wenn Sie den bitteren Geschmack gar nicht mögen.

Bitterstoffe sind gesund. Lassen Sie sich auf das bittere Geschmackserlebnis ein, bauen Sie Bitterstoffe regelmässig in Ihren Speiseplan ein und profitieren Sie von den positiven Effekten auf Ihren Körper!

Fakten zum Thema

  1. Bitterer Geschmack wird langsam als angenehm empfunden, wenn man weniger Zucker verzehrt.
  2. Obwohl Bitterstoffe gesund sind, kann ein übermässiger Verzehr die Magenschleimhäute angreifen.
  3. Durch Verzehr von Bitterstoffen vermindert sich Lust auf Süsses, und die Zähne werden als Folge weniger anfällig für Karies. Auch die Mundflora profitiert davon.
  4. Zwar ist die Zahl der Bitterrezeptoren genetisch festgelegt, doch man kann sein Bitterempfinden trainieren.




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